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Geschichte des Fertigbaus

80 Jahre moderner Fertigbau:
Zeitreise durch die Geschichte des Fertighauses
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Jedes achte neue Eigenheim in Deutschland ist ein Fertighaus. Die einst revolutionäre Idee, Häuser in Fabriken vorzufertigen, hat sich also durchgesetzt. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) lädt zu einer Zeitreise durch die jüngere Geschichte des Fertighauses ein.
Als Erfinder des Fertighauses gilt kein Geringerer als Leonardo Da Vinci. Das Universalgenie malte nämlich nicht nur die „Mona Lisa“, sondern entwarf um 1494 mit der „Casa Mutabile“ das erste Haus, das aus vorgefertigten Bauteilen zusammen gesetzt wurde. Im 20. Jahrhundert entdeckten geniale Köpfe das Fertighaus neu – prominentestes Beispiel war Albert Einstein, der sich mit Vorliebe in sein Holzhaus in Caputh bei Potsdam zurückzog.
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Eine neue Qualität gewann die Fertigbauweise dank Walter Gropius. Er gründete 1919 in Weimar das Bauhaus, die wohl berühmteste deutsche Architekturschule. Seine Philosophie war es, den Grundtyp eines Hauses mittels vorproduzierter Bauelemente zu variieren. Dieses „Baukastensystem“ machte das Fertighaus zu einem in jeder Hinsicht höchst ökonomischen Produkt, denn es sparte Material, Zeit und Geld. Hinzu blieben die Gebäude trotz industrieller Herstellung individuell und erhielten darüber hinaus eine klare architektonische Formensprache.
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Die 1950er Jahre waren geprägt vom Wirtschaftswunder. In einer Zeit schneller Veränderungen wandelte sich auch der Fertighausbau. Kleine Zimmereien, die bislang Holzfertighäuser in Handarbeit bauten, entwickelten sich zu industriellen Fertighaus-Herstellern. Der in den 1960er Jahren folgende Bauboom erzeugte eine hohe Nachfrage nach kostengünstigen Häusern. So eröffnete 1963 auf Initiative des „Stern“-Herausgebers Henri Nannen die erste Hausausstellung in Quickborn bei Hamburg. Sogar Versandhändler boten Fertighäuser in ihren Katalogen an.
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Über dem fröhlichen Disco-Fieber der 1970er Jahre zogen schnell die Wolken der Ölkrise auf. Hier zeigten Fertighäuser, die überwiegend aus dem natürlichen Baustoff Holz bestehen, erstmals ihre Qualitäten als Energiesparhäuser. Zugleich entwickelten sich neue Bauformen wie der Bungalow oder das moderne Fachwerkhaus mit viel sichtbarem Holz, Glas und Stahl. Als Boris Becker in den 1980er Jahren Wimbledon gewann, waren Fertighäuser schon keine „Häuser von der Stange“ mehr. Neue Architekturtrends sorgten dafür, dass Fertighäuser immer individueller werden. Wohngesundheit und Naturnähe wurden zum Thema.
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In den 1990er Jahren waren Fertighäuser nach dem Fall der Mauer besonders in Ostdeutschland gefragt. Das eigene Heim stand hoch im Kurs. Zugleich gewannen im Zuge der Energieeinsparverordnung die so genannten 3-Liter-Häuser und Passivhäuser an Bedeutung. Der historische Überblick schließt mit der Gegenwart, in der sich namhafte Architekten mit dem Fertighaus beschäftigen und der minimalistische Bauhaus-Stil sein Comeback feiert. Öl und Gas werden teurer und machen innovative Energiesparhäuser zur ersten Wahl für immer mehr Bauherren.
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